KOJE KLOSE

LIEBE USER UND NETZABHÄNGIGE!

I LOVE YOU ALL! ALL OF YOU!

KOJE KLOSE, 2013-2018, verschiedene Materialien, Mirrorselfie 2018

 

Willkommen in der KOJE KLOSE, dem BLOG von Margareta Klose, von mir. Ich, Margareta Klose, das ist mein Name, jaja, das bin wohl ich, bin eine Unterschrift.

Ich geh’ in der Arbeit unter. Die Arbeit ist mehr als ich.

Wo ist der Ort? Wo bin ich?

Um in der Arbeits-KOJE KLOSE angenehmer zu versinken, empfiehlt sich ein Taucheranzug: Statt mit Federflügeln zu nah an die Sonne zu geraten (oder zu versuchen, mein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche vorm Hineinfallen noch kurz LIVE durchs Smartphone-eye festzuhalten), simuliere ich lieber gleich ein stetig wachsendes Aquarium und Logbuch und Arbeitsarchiv, eine Pinnwand für Kunstmachende, Kunstliebhabende, Sammelnde, Handelnde, Markterforschende, die sich ihren virtuellen Standort dort innerhalb der vegetativen Reproduktionen von Installationen, Einmachgläsern, Texten, Plakaten, Videos und Malereien stetig neu selber suchen und darin untergehen können.

 

Keine Bewirkungskunst!

Dort, wo die Dinge nur Dinge sind, ist der Ort, mein Paradies.

 

Ich arbeite Schritt für Schritt an meiner Prozesskompetenz.

Fertig bin ich nie gewesen und hatte kein Endprodukt.

Skizzen waren und sind mir die Liebsten.

Entgrenzend wuchernde Gewächse

und gammelndes Material in Einmachgläsern:

Ein Einmachglas kommt selten allein.

Malerei muss schimmeln!

 

Es geht mir um das Kunstmachen selber, um das Dokumentieren und Festhalten von Entstehungsprozessen und um die Erscheinungen von Veränderungsvorgängen.

Meine Versuchsanordnungen sind offene, veränderbare, prozesshafte, performative Installationen, die ausgehend von dem jeweiligen (Institutions)Ort und einem Objekt oder einem Sprichwort oder Musikstück assoziativ wuchern und zusammenwachsen. Dabei verwende ich Skizzen, Zettelnotizen, Karteikarten, Aphorismen, Zitate aus Literatur, Wikipedia, Sachtexte, Wissenschaft, Werbung und Songs. Arbeitsprozesse und Situationen am Arbeitsplatz im Atelier in der Malereikoje (im Mozarteum Salzburg bei Dieter Kleinpeter, Gunda Gruber, Ingrid Schreyer) oder auch an einem Arbeitstisch wie aktuell in der TransArts Klasse der Angewandten in Wien (bei Roman Pfeffer, Franz Schuh, Nita Tandon, Franz Thalmair, Rainer Wölzl) halte ich fotografisch-dokumentarisch fest. Ich arbeite gern mit Metallpinnwänden und Magneten als Konstruktionselemente, die das Assoziationsgewächs flexibel weiterwuchern lassen und zusammenhalten. Die Künstlerin wird am Arbeitsplatz zur Strukturalistin am Arbeitstisch und an der Pinnwand. Die Reproduktionen von Pinnwänden, Installationen, Ausstellungen, Performances werden wiederum im Arbeitsarchiv-Blog kojeklose.com festgehalten, der einer Pinnwand ähnlich weiterwächst.

Mit Schlagworten wird im Blog kategorisiert, Blog-Einträge werden verglichen, sie verweisen aufeinander, verbunden und auch ironisch kommentiert und kritisiert durch die Schlagwörter, die immer wieder zufällig auf der Pinnwand auftauchen und verschwinden. Dabei werden auch die Themengruppen klarer formuliert:

der Rückzug ins Private, ausschließen/sich einschließen, Schneckenheim

eingebunden und abhängig vom Ort und von Rahmenbedingungen sein

Das Blaue vom Himmel herunterlügen

die Dauer, das Wachsen, die Veränderung, der Prozess

PROZESSKOMPETENZ

die Konservierung, das Produkt, das Einmachglas, der Markt

Malerei muss schimmeln!

Seit 2013 konserviere ich in Einmachgläsern Verpackungs- und Malmaterial, sowie Hygienereiniger, neuerdings Konfekt und Kerne in Kunstharz. Das Material bildet über die Dauer der Jahre fortwährend vergängliche Schichten. Obwohl hermetisch verschlossen, gammelt das Material prozesshaft in den entgegen ihrer eigentlichen Verwendung auf Dauer gestellten Einmachgläsern vor sich hin. Angefangen hat das bei Nicole Wermers in der Bildhauereiklasse und zog sich rüber in die Malereiklasse, wo ich nur mehr Malerei einmachte und in Skizzenbücher zeichnete.



*1993 in Berlin

Künstlerische Arbeit:

bildhauern, konservieren, produzieren und simulieren

seit 2013 bei Nicole Wermers

malen, einmachen, konservieren, filmen, radieren und handeln auf dem Markt

seit 2013 bei Gunda Gruber, Dieter Kleinpeter, Sigrid Langrehr, Tommy Schneider, Ingrid Schreyer

seit 2018 bei Roman Pfeffer, Franz Schuh, Nita Tandon, Franz Thalmair, Rainer Wölzl

Installationen u.a. im Salzburger Kunstverein (Kabinett) und im Traklhaus Salzburg



Foto: AMIRA WILLEN

Einmachgläser-Werkserie 2015-2017

Waschmittel, Pigment, Wasser, WC-Reiniger

diverse Größen, diverse Rezepte

 

Ich bestätige hiermit, mir der hier gegebenen ökonomisch-produktiven Rahmenbedingungen innerhalb und außerhalb des Marketing-Aquariums und subjektivistischen Logbuchs bewusst zu sein. “AUFRÜSTEN!”

MACH ORDENTLICHE REPRODUKTIONEN KLEINER VERKÄUFLICHER WANDSCHONER!

Keine Beweise, Ziele, Zwecke oder gar lineare Bedeutungszusammenhänge!

KEINE BEWIRKUNGSKUNST!

KEIN MITTEL ZUM ZWECK!

Unterzeichnet:

CIMG6865

Ich bin eine Signatur.

Fotos: Margareta Klose

Courtesy of the Artist