Die Hexensekte

Die Hexensekte der Vaudois

Vauderie als Begriff & mentale Vorstellung und im Zuge der Hexenjagd monströser Übergriff auf den Körper

Die Grundidee und Entität ist MONOTHEISMUS.

Die NISCHE & UMWELT sind Reformbewegungen, Reformation, 100jähriger Krieg: warum Frankreich? Warum die Vauds? Diese heidnischen Plätze in den Bergen waren seit Jahrhunderten Versammlungsorte.

Der sozioökonomische Rahmen der spätmittelalterlichen Gesellschaft sieht die Kirche als Teil und im Rahmen der Gesellschaft.

MUTATIONEN: Manche Märtyrerinnen wie Jeanne d’Arc wurden zwar verfolgt und verbrannt, aber dann heilig gesprochen. Manche Mutationen enden auf dem Scheiterhaufen, manche Mutationen wie die Reformation sind überlebensfähig.

ENTITÄT 

Der Begriff Vauderie entwickelte sich seitens der katholischen Kirche im Laufe des Spätmittelalters zur Frühen Neuzeit von der Bezeichnung für die Waldenser zu einer für Ketzer und schließlich Hexer en général, bzw. der Hexensekte der Vaudois. Die Grundidee und Entität ist dabei das Monopol des Monotheismus, für dessen Aufrechterhaltung eine solche Umdeutung des Begriffs der Vauderie überlebenswichtig war: das Bezeichnete, also die Reformbewegungen u.a. der Waldenser wurden wortwörtlich zu Hexensekten verteufelt, Vauderie bedeutete nicht mehr bloß Ketzerei, sondern bereits Hexerei. Als die Waldenser bereits ausgerottet waren, wurde der Begriff erweitert, das Bezeichnende bedeutete etwas anderes Bezeichnetes. Diese Evolution des Begriffs der Vauderie stellt die Entwicklung der Ketzer- zu den Hexenverfolgungen dar. Die erweiterte Verwendung des Wortes und damit die Umdeutung trug dazu bei, dass weitere Reformbewegungen ausstarben, auf dem Scheiterhaufen zunächst der Ketzerei/Heresie bezichtigt verbrannt, dann als Hexerei ausgerottet wurden. Andere Mutationen wie die Reformation erwiesen sich jedoch als überlebensfähig, wie ebenso vereinzelte Märtyrer angebetet wurden & werden, z. B. Jeanne d’Arc oder andere, die für den wahren Glauben brannten, verbrannten und für die schließlich das heilige Opfer-Kerzenlicht brannte. Letztendlich ist gerade Jeanne d’Arc beispielhaft für den Krieg zwischen England und Frankreich, für pro-Englisch und vice versa eingestellte Bischöfe samt Inquisition. 

NISCHE & UMWELT dieses Vorgehens seitens der katholischen Kirche waren die zahlreichen Reformbewegungen und der 100jährige Krieg. In dieser turbulenten Zeit musste gerade in Frankreich eine Lösung gefunden werden, diese Mutationen einzudämmen, wenn nicht ganz und gar auf den Scheiterhaufen zu bringen, um ihre Monopolstellung gerade in dieser turbulenten Kriegszeit und vor dem Konzil in Trient und den Beschlüssen der Heiligen Sakramente zu festigen. Die Mythen und Sagen um die Vauds, diese Jahrhunderte alten Heidnischen Plätze und Versammlungsorte in den Bergen, sollten, statt Aberglauben zu evozieren, instrumentalisiert werden für eine Hexenjagd gegen den falschen Glauben und den zu beherrschenden weiblichen Körper – zur Freude der Inquisition und der Monopolstellung der Kirche in gesellschaftlichen, kulturellen, sozioökonomischen Fragen im Spätmittelalter, die sich in der frühen Neuzeit im Zuge des Konzils von Trient noch verdichten und institutionalisieren sollte. 

Manche Mutationen enden auf dem Scheiterhaufen, manche Mutationen wie die Reformation sind überlebensfähig.

Zur institutionellen Form entwickelte sich im Laufe dieses Prozesses dann die Vormachtstellung des Monotheismus, das Monopol der katholischen Kirche in Frankreich und nach dem Sieg ein Nationalbewusstsein, das eben durch dieses Monopol ebenso gefördert wie gefordert wurde. 

 

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